
ZÖLIAKIE
Symptome bei Zöliakie
Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Nährstoffmangel, Müdigkeit, Blutarmut.
Die Autoimmunerkrankung Zöliakie
Menschen, die an Zöliakie erkranken, leiden unter einer genetisch bedingten und durch Glutenbestandteile ausgelösten Fehlreaktion des Immunsystems. Immunzellen greifen das Getreideprotein sowie das körpereigene Enzym Gewebetransglutaminase an. Die Zöliakie hat daher sowohl Merkmale einer Allergie als auch einer Autoimmunkrankheit. Die überschießende Immunantwort verursacht Entzündungen der Darmschleimhaut des Dünndarms. Bei chronischem Verlauf wird die Schleimhaut geschädigt. In der Folge verringert sich die Nährstoffaufnahme aus der Nahrung.
Gluten ist ein Protein, das in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel vorkommt. Rund ein Prozent der Bevölkerung in Europa leidet an Zöliakie. Die Krankheit wird allerdings immer häufiger diagnostiziert, was tatsächlich auf eine Zunahme der Fälle statt ausschließlich auf verbesserte Diagnostik zurückzuführen sein dürfte. Lange wurde Zöliakie als eine Krankheit verstanden, die nur den Darm betrifft. Heutzutage wird sie zunehmend als systemische Störung verstanden, die auch organübergreifende Beschwerden verursachen kann. Hashimoto-Patientinnen erkranken häufiger an Zöliakie als die gesunde Normalbevölkerung. Rund fünf bis sieben Prozent der Menschen mit Autoimmunthyreopathie weisen Antikörper gegen Gewebetransglutaminase auf.
Umgekehrt fällt der Test auf Schilddrüsenantikörper bei Zöliakie-Patienten je nach Studie bei rund jedem dritten bis zehnten Betroffenen positiv aus. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung zwischen den beiden Erkrankungen liefern Untersuchungen, die zeigen, dass die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung zu einer Verringerung von Schilddrüsenantikörpern führen kann.
Zöliakie lässt sich mithilfe eines Tests auf Antikörper im Blut sowie durch eine Dünndarmbiopsie nachweisen. In vielen Fällen kann ein Großteil der Beschwerden gelindert oder sogar beseitigt werden, wenn Betroffene die Zufuhr von Gluten durch die Nahrung abstellen.